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Master of Arts -
Tanzwissenschaft

Ästhetische, soziale und politische Zugänge zu Tanz

Wie kann Tanz verstanden und erforscht werden? Wie spielen Tanz und Kultur, Ästhetik, Geschichte, Politik oder Soziologie zusammen? Wie lässt sich Bewegung analysieren? Und wie schreibt man über und mit Tanz? Die Fähigkeit, sich differenziert und analytisch mit körperlichen und zwischenkörperlichen Verhältnissen auseinanderzusetzen, gehört in immer mehr Arbeitsfeldern zu den zentralen Kompetenzen. Die Beschäftigung mit Tanzwissenschaft ermöglicht die Aneignung und Entwicklung von Werkzeugen und Methoden, um solche Fragen im Detail zu bearbeiten.

Bei Fragen zum Studiengang wenden Sie sich bitte an die zuständige Ansprechperson/en.

Das Studium in der Übersicht

Studienabschluss Master of Arts
Regelstudienzeit 4 Semester
Studienbeginn Wintersemester
Studienumfang 120 Credits
Weiterführende Studienmöglichkeiten Promotion
Eindrücke aus dem Studiengang

Studienaufbau und -inhalte

Der Masterstudiengang richtet sich an Studierende mit einem wissenschaftlichen Interesse an Tanz und einem ersten Hochschulabschluss im Bereich Tanz-, Theater- und Musikwissenschaft oder anderen kultur- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen. Ziel des Studiengangs ist die Vermittlung komplexen Denkens, historischen Fachwissens und die Förderung wissenschaftlicher Reflexion von Tanz- und Körpertechniken in einem weiteren ästhetischen und gesellschaftlichen Kontext.

Neben Studien zur Methodik der Historiografie, der Choreografie und Ästhetik des Tanzes, vermittelt der Studiengang die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Bewegungsanalyse, praktische choreografische und dramaturgische Projekte sowie Körper-, Medien-, postkoloniale und institutionskritische Theorien, um Tanz in seiner kulturellen Relevanz zu verstehen. In unterschiedlichsten Formaten wird eine rege Diskussionskultur und Methodenvielfalt praktiziert und ein kritisches und selbstreflexives Verständnis von Wissenschaft gefördert. Schreibwerkstätten führen an diverse Formate des Schreibens über und mit Tanz heran, deren Anwendung in kleinen Publikationen, dramaturgischen Projekten und Kooperationen mit dem künstlerischen Feld erprobt werden.

Hier wird ein Überblick über Problemfelder, Fragestellungen, Terminologien und Forschungsperspektiven des Studienfachs vermittelt. Die Studierenden werden über eine intensive Lektürepraxis motiviert, sich eine kritische wissenschaftliche Perspektive anzueignen, damit sie selbstständig tanzwissenschaftliche Themen erforschen und ihre jeweiligen Methoden reflektieren können. Diese reichen von bewegungs- und diskursanalytischen Verfahren zu qualitativ empirischen und ethnographischen Methoden bis hin zu kollektiven Forschungsdesigns. In ergänzenden Übungen werden Arbeitsfelder der Tanzwissenschaft an der Schnittstelle zur tänzerischen Praxis erprobt. Tanzpraktische Kurse werden dabei in Hinblick auf ihr Potenzial einbezogen, das tanzwissenschaftliche Methodenspektrum um körperlich-reflexive Analysekompetenzen zu ergänzen.

Das Modul dient der Vermittlung historiographischer Verfahren und einer Reflexion von Geschichtsschreibung, die insbesondere den Kanon tanzwissenschaftlicher Forschung kritisch befragen möchte. In diesem Zusammenhang rücken globale oder informelle Praktiken bzw. unterschiedliche soziale, nationale oder kulturelle Narrative in ihrer Materialität, Entstehung und Wirksamkeit in den Blick.

Die Studierenden erhalten die Möglichkeit, in der tanzpraktischen Erarbeitung von (Re)-konstruktionen kritische und performative Perspektiven auf Tanzgeschichte/n zu entwickeln. In Übungen im Deutschen Tanzarchiv Köln eignen sie sich Kenntnisse in der Recherche und im Quellenstudium an und arbeiten z.B. an der Edition und Webpräsentation von Nachlässen. Diese praktische Erfahrungsebene wird angebunden an eine weiterführende Auseinandersetzung mit innovativen Herangehensweisen daran, was Archive und Gedächtniskulturen im Tanz und bezogen auf bewegungs- und körperbezogene Praktiken sein können. Oder auch damit, wie Bewegung und Körper von Dingen berichten, die im Archiv keinen Ort finden und wie sie darüber eine kritische Untersuchung von Tanzgeschichte ermöglichen.

In diesem Modul werden kompositorische, choreografische und dramaturgische Methoden theoretisch und praktisch erarbeitet und reflektiert. "Komposition", "Choreografie" und "Dramaturgie" werden dabei über den Kontext von Bühne und Theater hinaus als situierte Konzepte in einer erweiterten Perspektive verstanden. Neben der Vermittlung von historischen und zeitgenössischen Konzepten von Choreografie und Komposition, regt das Modul über studiengangsübergreifende kollaborative Formate im Fachbereich 7/ZZT sowie regelmäßige Kooperationen mit Institutionen außerhalb der Hochschule zum Transfer zwischen wissenschaftlicher und tänzerischer Praxis an. Im Dialog mit Analysen unterschiedlichster ästhetischer, dramaturgischer und choreografischer Arbeitsweisen werden Ideen und Konzepte für eigene und kollektive Projekte entwickelt und umgesetzt. Das Modul beinhaltet ebenso Einführungen in Aspekte von Projektmanagement, in das Schreiben von Förderanträgen sowie in institutionspolitische Fragestellungen.

Studierende arbeiten sich in zeitgenössische Entwicklungen in diversen Feldern von Tanz ein und bringen translokale Verbindungen in Dialog mit ihrer eigenen Forschung und Praxis. Indem das Modul Künste und Medien miteinander verschränkt, haben Studierende die Möglichkeit, eine große Bandbreite von Perspektiven und Interessen einzubringen und miteinander zu verknüpfen, darunter Musik, Bildende Kunst, Theater, Performance und künstlerische Äußerungen im Alltag wie Formen des Protests - bezogen auf eine Vielfalt globaler Kontexte. Zentral ist dabei das theoretische Engagement aus einer dekolonialen Haltung heraus, um etwa die Politiken konkreter Ästhetiken oder kuratorischer Strategien zu betrachten. Kritische Theorien (‚gender‘, ‚race‘, Ethnizität, Dis/Ability, Sexualität) werden in diesem praktisch orientierten Studienbereich mit Bezug auf diverse kulturelle und politische Settings diskutiert. Dabei werden Chancen und Problemstellungen vergleichender Forschungsstrategien erörtert. Die Studierenden werden zur Durchführung eigener künstlerischer und wissenschaftlicher Forschungsvorhaben ermutigt, die mit dem Einsatz unterschiedlicher Medien einschließlich webbasierter Formate experimentieren, um etwa zu einer Erweiterung der öffentlichen Reichweite von Tanz als ästhetischem, kulturellem und politischem Untersuchungsfeld beizutragen.

Dieses Modul bietet Studierenden die Möglichkeit, selbstständig eine frei gewählte tanzwissenschaftliche Fragestellung zu erforschen. Die im Studium erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen sollen praxisnah angewendet und erprobt werden. Das Modul wird mit einem Format abgeschlossen, in dem Studierende ihren Forschungsprozess sowie die gewonnenen Erkenntnisse in einer Präsentation öffentlich vermitteln. In diesem Modul lernen Studierende überdies ein Forschungsexposé für ihre MA-Arbeit zu schreiben ein Vorgehen dafür zu entwickeln und zu diskutieren.

In diesem Modul schreiben die Studierenden die Masterarbeit und legen eine mündliche Prüfung darüber ab.

Die Bewerbung erfolgt online über die Plattform muvac. Alle Informationen zum Verfahren finden Sie auf unserer Bewerbungsseite.

Zulassungsvoraussetzungen

  • Erster Hochschulabschluss (z.B. BA-Abschluss in Fächern wie Tanz, Theater- oder Musikwissenschaft, Kultur- oder Sozialwissenschaften, bzw. in anderen Bereichen, die eine erste Auseinandersetzung mit Körper, Tanz, Choreographie sowie der sozialen und politischen Interaktion bewegter Körper in einer Bandbreite räumlicher Kontexte ermöglicht haben). In Einzelfällen, etwa bei Vorliegen eines künstlerisch orientierten BA-Abschlusses, kann die Zulassung unter Auflagen für den Besuch weiterer Lehrveranstaltungen der Tanzwissenschaft im Studiengang BA Tanz erfolgen.
  • Sehr gute deutsche und englische Sprachkenntnisse. Die Lehrveranstaltungen werden vorrangig auf Deutsch unterrichtet, englischsprachige Literatur wird aber miteinbezogen.

Bewerbungsunterlagen

Für die Bewerbung sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • Motivationsschreiben
  • Lebenslauf
  • Nachweis über den Abschluss eines einschlägigen Hochschulstudiums (beglaubigte Kopie)
  • Abgabe einer wissenschaftlichen Arbeitsprobe zu einem Thema bzw. einer Fragestellung aus dem erweiterten Themenfeld Tanz, Performance, Körperpraktiken oder (soziale, politische, ästhetische) Bewegungsforschung - z.B. BA-Arbeit oder Ausschnitte daraus, Hausarbeiten, Essays). Alternativ können ggf. auch schriftliche Reflexionen eigener künstlerischer Arbeiten (jeweils mind. 10 Seiten) eingereicht werden. Der eingereichte Text sollte Einblick in die analytischen und kontextualisierenden Fähigkeiten der Bewerber*in geben.
  • ggf. Sprachnachweis

Bewerbungsfrist

Bewerbungsfrist ist der 1. Juni jeden Jahres für einen Studienstart im Wintersemester. Bei Fragen können Sie gerne Prof. Dr. Yvonne Hardt kontaktieren.

Sie finden den Studienverlauf und die Prüfungsordnung unter Dokumente & Downloads.

Eine Auflistung unserer Lehrenden finden Sie auf folgender Seite.

Das Studium qualifiziert für eine weitere Karriere sowie ein Promotionsstudium im Bereich der Tanz- und Kulturwissenschaft bzw. allen Wissenschaftsbereichen, in denen für eine dezidierte Auseinandersetzung mit Körpern, Bewegung, Verfahren der räumlichen Ordnungen ein kritischer Methodenansatz Voraussetzung ist. Es qualifiziert ebenso für Tätigkeiten an Theatern und anderen kulturellen Institutionen u.a. in Bereichen wie Kuration, Kulturmanagement, Dramaturgie, Produktion und Kommunikation. Weitere naheliegende Tätigkeitsfelder finden sich in der Kulturpolitik, in Archiven und Verlagen z.B. als Lektor*in oder Kritiker*in). Die systematische Förderung von Erfahrungen mit Transferprozessen bezogen auf Wissensformen und Methoden im Tanz befähigt Absolvent*innen aber auch dazu, ihre im Studiengang gewonnenen Kompetenzen und Kenntnisse passfähig auf andere berufliche Kontexte zu übertragen.

Studieninteressent*innen haben die Möglichkeit, im Studiengang MA Tanzwissenschaft zu hospitieren und den Studienalltag mitzuverfolgen.

Bei Interesse melden SIe sich bitte bei der Studiengangsleitung Prof. Dr. Yvonne Hardt.

Veranstaltungen

“What’s the big deal about independence?”
09:45 Uhr
Studiotheater ZZT Köln Nippes
“What’s the big deal about independence?”
SOLOEDITION'24 goes Tanzfaktur
19:00 Uhr
Tanzfaktur Köln Köln
SOLOEDITION'24 goes Tanzfaktur
SOLOEDITION'24 goes Tanzfaktur
18:00 Uhr
Tanzfaktur Köln Köln
SOLOEDITION'24 goes Tanzfaktur
Tag der offenen Tür Tanzwissenschaft
09:00 Uhr
Studiotheater ZZT Köln Nippes
Tag der offenen Tür Tanzwissenschaft
Portrait Prof. Dr. Yvonne Hardt
Prof. Dr. Yvonne Hardt
Tanzwissenschaft, Choreografie
Dekanin Fachbereich 7/ZZT
E-Mail Yvonne.Hardt@hfmt-koeln.de
Telefon +49 (0)221 / 28380 - 388
Anschrift
Hochschule für Musik und Tanz Köln
Turmstraße 3-5
50733 Köln