
…und Trost finden wir nur in Musik: Gustav Mahlers Lied von der Erde
Gustav Mahlers Musik, sein Schaffen und seine Persönlichkeit faszinieren uns seit jeher: der überaus große Erfolg als Dirigent und Operndirektor, ein bewegtes, kräftezehrendes Leben, dessen „Ruhephasen“ ganz im Zeichen des Komponierens stehen und ein Werk, das die sinfonische Orchesterliteratur über formal wie klanglich Gewohntes weit hinaus und ins 20. Jahrhundert führt. Mahler setzte Maßstäbe als Komponist und Interpret.
In seine Welt tauchen in diesen Tagen vier Dirigierstudierende im italienischen Montepulciano ein. Sie erarbeiten dort gemeinsam mit einem Kammerorchester aus Studierenden der HfMT Köln, mit der Altistin Sandra Gerlach, dem Tenor Maximilian Fieth und unter der Leitung von Prof. Alexander Rumpf Mahlers „Lied von der Erde“. Nach einer Aufführung in Montepulciano folgt am 06. Mai eine weitere im Konzertsaal der HfMT Köln.
Mahler bezeichnete das Lied von der Erde als „eine Sinfonie für eine Tenor- und Altstimme und Orchester“ und gegenüber Bruno Walter als das „persönlichste, was ich bis jetzt gemacht habe“. Es ist ein sinfonisch-lyrischer Abgesang auf die Endlichkeit menschlichen Lebens im ewigen Zyklus von Werden und Vergehen und beinhaltet alle Facetten der dramatischen, überspitzten wie auch der zarten, nach Sinn und Erlösung suchenden Klangsprache Mahlers. Die sechs Teile der Komposition finden ihren Text und Inspiration in dem Gedichtbändchen „Die chinesische Flöte“, eine Sammlung mit Nachdichtungen altchinesischer Lyrik von Hans Bethge.
Die diesem Konzert zugrundeliegende Fassung für kleines Orchester von Arnold Schönberg (vollendet von Rainer Riehn) schärft die polyphone Struktur und bringt die Stimmungen und Charakteristika sowie die wunderbare Farbigkeit und Verwobenheit von Instrumental- und Gesangsstimmen ganz besonders zur Geltung.
Gustav Mahler: Das Lied von der Erde