
Kammerorchester der HfMT Köln
Gesang: Sandra Gerlach (Alt), Maximilian Fieth (Tenor)
Ltg.: Prof. Alexander Rumpf
Vorab findet um 18.30 Uhr in Raum 114 eine bewegte Einführung mit Ada Sophie Sternberg statt. Anmeldung unter: reservierungen@hfmt-koeln.de
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Allem Leben wohnt Abschied inne
…und Trost finden wir nur in Musik: Gustav Mahlers Lied von der Erde
Nach acht teilweise monumentalen Sinfonien schafft Gustav Mahler ein Werk, dem er den schlicht anmutenden Titel „Das Lied von der Erde“ gibt. Viel wurde darüber spekuliert: Mahler wolle mit dieser schwer einzuordnenden Musik seine neunte Sinfonie hinauszögern, um vom Fluch, die Neunte nicht zu überleben, verschont zu bleiben, Zeit zu gewinnen. Dennoch schrieb Mahlers Schicksal eine andere Geschichte und er selbst ein lyrisch-sinfonisches Gesamtkunstwerk für zwei Gesangsstimmen und Orchester, das weniger Lied ist als ein groß angelegter Abgesang auf das menschliche Leben im ewigen Zyklus von Werden und Vergehen. Die Uraufführung des Lieds von der Erde erlebte Mahler nicht, sie fand im Jahr 1911 unter der Leitung von Bruno Walter statt.
Die sechs Teile der Komposition finden ihren Text und ihre Inspiration aus dem Gedichtbändchen „Die Chinesische Flöte“, eine Sammlung mit Nachdichtungen altchinesischer Lyrik von Hans Bethge. Mahlers Ton bleibt unverkennbar, wird aber in seinem Spätwerk transparenter, reflektierter, oft scheint die Stimmführung hier in organische, um sich selbst kreisende Polyphonie zu entrücken - Schmerz und Dramatik schlagen um in die Ruhe erkenntnisvoller Melancholie. Das allerdings macht Mahler so vollendet schön und ergreifend, dass Bruno Walter von der „Mahlerischsten“ aller Kompositionen sprach und Anton von Webern notierte im Eindruck der Uraufführung, das Werk sei das „Wunderbarste, was es gibt. […] Welche Macht wirkt hier?“
Die diesem Konzert zugrundeliegende Fassung für kleines Orchester von Arnold Schönberg/Rainer Riehn schärft und verdichtet die polyphone Struktur, bringt viele Stimmungen und Charakteristika sowie die wunderbare Farbigkeit und Verwobenheit von Instrumental- und Gesangsstimmen ganz besonders zur Geltung.
| Datum |
Mittwoch,
06.05.2026
19:30 Uhr |
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| Ort |
Konzertsaal
Unter Krahnenbäumen 87 50668 Köln |
| Eintritt |
6,— €
Karten an der Abendkasse und online bei kölnticket (empfohlen). Hochschulangehörige und Fördervereinsmitglieder haben bei vorheriger Reservierung unter reservierungen@hfmt-koeln.de freien Eintritt. |