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"Désirs et abîmes" - ein französischer Liederabend

mit Studierenden der Liedakademie

Désirs et abîmes - Begierden und Abgründe

Pierre Louÿs - Chansons de Bilitis / Paul Verlaine - Fêtes galantes
in Vertonungen von Rita Strohl, Poldowski und Claude Debussy

Einstudierung und künstlerische Leitung:
Aurélie Franck, Malte Schäfer a.G. (HMTM Hannover), Prof. Anh Trung Sam und Prof. Stefan Irmer

Erneut rückt die Liedakademie an der HfMT Köln Liedvertonungen von Komponistinnen in den Fokus ihrer Konzertaktivitäten. Das Abschlusskonzert zu einem Semesterprojekt mit französischem Liedrepertoire ist zwei Komponistinnen gewidmet, die beide um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert auf unverwechselbare und begeisternde Weise das Liedrepertoire mit Vertonungen legendärer französischer Poesie bereicherten. Die Liedakademie lädt ein, die großartige Liedkunst von Rita Strohl und Régine Wieniawski alias Poldowski kennenzulernen und neu zu entdecken.

Les Chansons de Bilitis sind eine Sammlung erotischer Poesie des Dichters Pierre Louÿs , der diese Gedichte1894 als Pseudoübersetzung aus dem Altgriechischen veröffentlichte. Er versteckte sich hinter den vermeintlich originalen Versen einer altgriechischen Dichterin namens Bilitis,  die er sogar mit einer imaginären Biographie ausstattete. Grund dafür waren die zum Teil sehr konkreten erotischen Schilderungen, die damals weit über das gesellschaftlich erlaubte Maß hinausgingen.

Die Musik der französischen Komponistin Rita Strohl harrt in Deutschland noch der Wiederentdeckung. Sie vertonte1898 aus dem ersten Teil der insgesamt 143 Prosagedichte eine Auswahl von 12 Texten, in denen Bilitis von ihrer ersten Liebesbeziehung erzählt. Sie verliebt sich in einen jungen Mann, wird jedoch von ihm vergewaltigt, nachdem er sie beim Schlafen im Wald überrascht hat. Trotzdem heiratet sie ihn und bekommt ein Kind. Rita Strohls Vertonungen mit ihrer sehr eigenen hochexpressiven musikalischen Sprache, die gleichermaßen Elemente der Spätromantik wie des Impressionismus in sich aufnimmt, waren zu Lebzeiten der Komponistin ein großer Erfolg.

Fêtes galantes ist eine Sammlung von 22 Gedichten, die der Dichter Paul Verlaine 1869 veröffentlichte. Die Gedichte sind inspiriert von Gemälden des französischen Rokoko-Malers Antoine Watteau. In idealisierten Gartenlandschaften und zumeist bei Mondschein widmet sich eine vornehme Gesellschaft den sinnlichen, jedoch gleichzeitig eitlen und vergänglichen Verlockungen des Lebens und der Liebe und spielt dabei mit Masken und Figuren der italienischen Commedia dell´arte und der galanten Literatur des 18. Jahrhunderts. Die Poesie der Fêtes galantes wie z.B. „Clair de lune“ gehört bis heute mit zu der am häufigsten vertonten französischen Lyrik. Im Mittelpunkt des Programmes stehen neben Liedern von Claude Debussy und Joseph Szulc die kongenialen und kurzweiligen Vertonungen der Komponistin Régine Wieniawski, die unter dem Peudonym Poldowski publizierte. Die Lieder werden untermalt mit Projektionen u.a. von Gemälden aus dem 18. Jahrhundert, wodurch die Fêtes galantes in ihrer einmaligen Verbindung von Kunst, Poesie und Musik auch visuell erlebbar werden.

 

LiedGestalten - eine Veranstaltung der Liedakademie an der HfMT Köln

 

Dates Tuesday, 27.01.2026
19:30
Location Konzertsaal
Unter Krahnenbäumen 87
50668 Köln
Entry
free
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