
Der junge Star der deutschen Klavierszene spielt am 18. Juni im Konzertsaal
Die Pianistin Olga Scheps wird ein ebenso vielfältiges wie beziehungsreiches Programm präsentieren, mit Werken von Franz Schubert, darunter dessen Impromptus f-moll D 935/1 und As-dur D 935/2 sowie Valses nobles D 969, Peter Tschaikowsky, u.a. die Valse sentimentale op. 51,6, Michail Glinkas "Die Lerche" in der Bearbeitung von Miliij Balakirev und Sergej Prokofjews "Romeo und Julia vor dem Abschied". Abschließender Höhepunkt des Klavierabends wird Robert Schumanns "Faschingsschwank aus Wien" op. 26 sein.
Olga Scheps wurde 1986 in Moskau geboren und kam mit sechs Jahren nach Deutschland. Heute lebt sie in Köln und studierte an der hiesigen Musikhochschule bei Pavel Gililov. Weitere Studien führten sie zu Arie Vardi und Dmitrij Bashkirov. Weitere wichtige Impulse erhielt sie von Alfred Brendel.
Inzwischen hat Olga Scheps den Sprung auf die großen Konzertpodien geschafft und musiziert regelmäßig in der Laeiszhalle Hamburg, im Münchner Prinzregententheater, in der Liederhalle Stuttgart, in der Alten Oper Frankfurt und der Kölner Philharmonie. Während der Konzertsaison 2012/13 war sie mit der Staatskapelle Weimar sowie der Russischen Staatskapelle auf Tournée. Seit ihrem Debut beim Klavierfestival Ruhr im Jahre 2007 ist sie dort ein ebenso gern gesehener Gast wie beim Schleswig-Holstein Musik-Festival, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Kissinger Sommer, dem Heidelberger Frühling und den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker.
Olga Scheps jüngste CD erschien im August 2012 und ist ganz dem Werk Franz Schuberts gewidmet. Zuvor erschienen bereits ihre Debut-CD „Chopin“, für die sie 2010 einen ECHO-Klassik als „Nachwuchskünstlerin des Jahres“ gewann, sowie ein weiteres Soloalbum mit Werken russischer Komponisten.
Am 18. Juni kehrt Olga Scheps nun an ihren Studienort zurück, und der Verein der Freunde und Förderer und die Hochschule sind stolz, die nunmehr international renommierte Künstlerin für diesen Klavierabend gewonnen zu haben.
Eintritt: 10 Euro / ermäßigt 5 Euro, Mitglieder des Fördervereins, Schüler, Studierende sowie Hochschulangehörige haben freien Eintritt; Karten über die Geschäftsstelle der Freunde und Förderer (Mo 9-14 Uhr, Di und Mi 9-11 Uhr) Telefon: 0221 912 818 1330, mail@foerderer-hfmt-koeln.de, unter www.foerderer-hfmt.de sowie an der Abendkasse
Termin: 18. Juni 2013 um 19:30 Uhr
Ort: Konzertsaal der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Unter Krahnenbäumen 87, 50668 Köln

Konzert mit Erol Parlak, Kudsi Erguner und Pierre Rigopoulos
Mit Kudsi Erguner und Erol Parlak gastieren zum ersten Mal türkische Musiker der Spitzenklasse im Konzertsaal der HfMT Köln. Erguner und Parlak repräsentieren unterschiedliche Traditionen türkischer Musik– Erguner die Musik der Mevlevi-Derwische sowie klassisches ottomanisches Repertoire, Parlak die Tradition der ashiklar, der professionellen Volksmusiker und Dichter Anatoliens.
Erol Parlak – Instrumentalist, Sänger, Komponist und Forscher – ist einer der bekanntesten und besten türkischen Musiker der Gegenwart. Er beherrscht virtuos die Langhalslaute baglama und wendet in seinen Kompositionen und arrangierten Fassungen traditioneller Stücke die ganze Breite der Fingertechniken an, die er über Jahrzehnte in den verschiedenen Regionen der Türkei erforscht hat.
Kudsi Erguner ist die große, international wirksame Musikerpersönlichkeit der Türkei heute. Er erlernte das Ney-Spiel direkt von seinem Vater, Ulvi Erguner, in dessen Haus die führenden Musiker der Sufi-Bruderschaften verkehrten. Erguner verbindet beispielhaft die Wahrung und Vermittlung der makam-basierten Hof- und Ritualmusik mit einer kosmopolitischen Haltung.
Multiperkussionist Pierre Rigopoulos studierte bei G. Sylvestre und J.-P. Drouet und ist heute Professor für Perkussion am Conservatoire de Pantin (Paris). Stilistisch mit den Bereichen Jazz, Weltmusik, Alte Musik und Neue Musik breit aufgestellt, spezialisierte er sich auf die Trommeln der Vorderorientalischen Kunstmusik. Rigopoulos ist fester Begleiter von K. Erguner.
Den ersten Teil des Konzerts gestaltet Kudsi Erguner mit Sufi-Anrufungen auf der Längsföte Ney, einer Musik, die die tanzenden Derwische zu Beginn des Rituals auf die mystische Vereinigungserfahrung mit Gott vorbereitet. Der an eine klagende menschliche Stimme erinnernde Klang der Ney wird dabei als Ausdruck der Sehnsucht nach dieser Vereinigung verstanden. Die Melodik basiert auf den klassischen Modi der makamat.
Im zweiten Teil zeigt Erol Parlak die Kunst der ashiklar in ihrer heutigen Ausprägung: Thematisch breit gefächert – von zeitlosen Sujets wie der Liebe bis zu zeitgenössischen Erfahrungen im urbanen Milieu der Metropole Istanbul –, instrumental virtuos gespielt und melodisch expressiv mit einer fein verzierten Melismatik.
Der dritte Teil des Konzerts wird von beiden Künstlern gemeinsam im Zusammenspiel von Ney und Baglama bestritten – einer eigentlich attraktiven Kombination, die aus religiösen und sozialen Gründen aber kaum je zugelassen wurde. Rühmliche Ausnahme ist der Bektaschi-Orden, aus dessen Repertoire Erguner und Parlak einige Kostbarkeiten für die Konzerte 2013 in Deutschland einstudiert haben und zu Gehör bringen werden. Das erstmalige Zusammenspiel der beiden großen Musiker der Türkei heute kann als außergewöhnliches künstlerisches Ereignis bezeichnet werden.
Erol Parlak, Gesang und Baglama
Kudsi Erguner, Ney-Flöte
Pierre Rigopoulos, Perkussion
Samstag, 29. Juni 2013, 19:30 Uhr Hochschule für Musik und Tanz Köln, Konzertsaal
Eintritt € 8,- (Abendkasse)
Vorverkauf: www.koelnticket.de (zzgl. Vorverkaufsgebühren)

Abendkonzerte „Bamako Foli"
Bei den im Rahmen der Afrikawoche an der HfMT veranstalteten Abendkonzerten „Bamako Foli“ (Mi, 15.05., 19.30 Uhr, Aachen, Konzertsaal und Do, 16.05., 19.30 Uhr, Köln, Konzertsaal) mit malischer Festmusik gibt es eine Besetzungsänderung, da den beiden eingeladenen malischen Künstlern kurzfristig die Ausreise nach Deutschland verweigert wurde.
Die HfMT Köln / Institut für Weltmusik konnte hochklassigen Ersatz verpflichten. Mit dem Balafonspieler Aly Keita (Berlin) und dem Perkussionisten, Koraspieler und Sänger Bachir Sanogo (Paris) kommen zwei Top-Musiker der westafrikanischen Musikszene in Europa nach Köln. Beide verfügen über traditionelles und zeitgenössisches Repertoire, das sie sowohl mit ihren eigenen Gruppen (Trio Ivoire und The Balankan, Berlin und Densiko, Paris) als auch in traditionellen und Weltmusik-Konstellationen spielen (Projekte u. a. mit Trilok Gurtu, Jan Garbarek, Hans Lüdemann, Joe Zawinul).
Keita und Sanogo werden melodisch ergänzt von dem Saxofonisten und Flötisten Hannes Kies und im Percussion-Backing von Souleymane Touré (Berlin: Jembe, Tama) und Rainer Polak (Köln: Dundun). Das Ensemble bietet damit ein breites Spektrum an westafrikanischen Klangfarben und garantiert ein ebenso ausdrucksvolles wie virtuoses Bühnengeschehen.
Ursulinenkirche, 12.-19. Mai 2013
Die Maikonzerte Köln, eine Veranstaltungsreihe der Hochschule für Musik und Tanz, finden traditionell Mitte Mai statt, dem Weihedatum der Ahrend-Orgel von 2003. Zum zehnjährigen Jubiläum fügt es sich, dass die Festwoche auf Pfingsten zuläuft. Ein guter Grund, sich von dem Pfingsthymnus Veni creator spiritus aus dem 9. Jahrhundert inspirieren zu lassen!
Carsten Schmalstieg lädt vor dem Jubiläumskonzert am 15. Mai um 19 Uhr zu einer Kirchenführung ein: "Ein schöner Fremdling aus dem heiteren Süden - Geschichte, Architektur und Ausstattung der Ursulinenkirche St. Corpus Christi".
Die diesjährige Masterclass widmet sich erstmalig der Improvisation des 17. Jahrhunderts und wendet sich an Organisten, Cembalisten und Liebhaber der Claviermusik. Als Gast wird Edoardo Bellotti aus Italien erwartet.
Viola da Gamba pur in den Maikonzerten Köln zu erleben, ist ein weiterer Höhepunkt der diesjährigen Konzerte. Rainer Zipperling und Ghislaine Wauters spielen Werke von Johann Sebastian Bach, Carl Friedrich Abel und Johannes Schenck.
Claus Kanngiesser wird den historischen und ästhetischen Übergang zum jüngeren Verwandten der Viola da Gamba vollziehen. Die Cello-Suiten No. 1, 2 und 4 von Johann Sebastian Bach ergänzen das schöne Konzert des vergangenen Jahres mit den Suiten No. 3, 5 und 6.
Eine neue Musikergeneration mit hohem künstlerischem Profil und gewinnendem Elan eröffnet die Maiwoche. Auf dem Programm steht ein Klassiker der Alten Musik: der Kantatenzyklus Membra Jesu Nostri von Dieterich Buxtehude - eine musikalische Betrachtung des Leibes Christi am Kreuz.
Programmübersicht
Sonntag, 12 Mai 2013, 20 Uhr, Ursulinenkirche
Kantatenkonzert zur Eröffnung der Maiwoche 2013
Membra Jesu nostri von Dieterich Buxtehude
Studierende der HfMT Köln
Leitung: Felix Schönherr
Dienstag, 14. Mai 2013, 20 Uhr, Ursulinenkirche
Gambenabend mit Werken von Bach, Schenck und Abel
Rainer Zipperling, Viola da Gamba
Ghislaine Wauters, Viola da Gamba
Mittwoch, 15. Mai 2013, 20 Uhr, Ursulinenkirche
Orgelkonzert zum 10jährigen Jubiläum der Orgelweihe
Edoardo Bellotti, Milano
19 Uhr: Führung Ursulinenkirche, Carsten Schmalstieg
Donnerstag, 16. Mai 2013, 10-16 Uhr, Ursulinenkirche
Orgelmasterclass
Dozent: Edoardo Bellotti
Freitag, 17. Mai 2013, 20 Uhr, Ursulinenkirche
Solosuiten für Violoncello von J.S. Bach
Claus Kanngiesser
Sonntag, 19. Mai 2013, 20 Uhr, Ursulinenkirche
Orgelkonzert mit Werken von Buxtehude, Bach, Frescobaldi, Scheidt
Margareta Hürholz
Eintritt zu allen Konzerten 5 Euro
Kursgebühr Gäste 10 Euro
Studierende haben freien Eintritt zu allen Veranstaltungen
Fronleichnamskirche der Ursulinen
Machabäerstraße 45
50668 Köln

Spitzentöne am 7. Mai 2013 in der HfMT Köln
Leonhard Huhn, Stefan Karl Schmid, Marcel Richard und Rafael Calman präsentieren im Rahmen der Konzertreihe Spitzentöne zeitgenössischen Jazz. Mitreißend, charmant und voller Hintersinn zeigt sich das Kölner Quartett, das in seinen Stücken freie Improvisation und auskomponierte Passagen subtil miteinander verschmelzen. Sein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten reicht von außerordentlicher Sensiblitität bis hin zu rhythmischer Kompaktheit. Mit Kraft, Wärme und Liebe zum Detail bieten zwei Holzbläser, Bass und Schlagzeug unalltägliche Interpretationen, ein Jazzgenuss nicht nur für Liebhaber. Die vier gefragten Musiker studierten alle an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und sind auch in anderen Projekten und Formationen sehr erfolgreich. Das Olaf-Lind-Quartett spielt am 7. Mai Eigenkompositionen von Schmid, Richard und Huhn.
Termin: Dienstag, 7. Mai 2013
Beginn: 19:30 Uhr
Ort: Konzertsaal der Hochschule für Musik und Tanz Köln
Eintritt: 10 Euro / ermäßigt 5 Euro, Mitglieder des Fördervereins, Schüler, Studierende sowie Hochschulangehörige habe freien Eintritt.

Fund schlummerte in der Bibliothek der Hochschule für Musik und Tanz Köln
Der Musikwissenschaftler Alain Gehring hat Händels Oratorium „Solomon“ in der Bearbeitung von Felix Mendelssohn Bartholdy in der Bibliothek der Kölner Hochschule für Musik und Tanz entdeckt. Von Mendelssohns Fassung war bislang lediglich eine unvollständige Orgelstimme bekannt. Der Fund umfasst nicht nur eine vollständige, von Mendelssohn überarbeitete Fassung der Orgelstimme, sondern auch eine zweibändige Partiturabschrift. Mendelssohn dirigierte das Werk am 7. Juni 1835 im Kölner Gürzenich im Rahmen des Niederrheinischen Musikfests und ließ dafür eigens eine Orgel in den Saal transportieren. Die Aufführung, an der über 600 Personen mitwirkten, wurde ein überwältigender Erfolg.
Noch während der Generalproben nahm Mendelssohn Änderungen im Manuskript vor, um seine Fassung klanglich zu perfektionieren. Der Fund gewährt somit einen einzigartigen Einblick in Mendelssohns Kompositions- und Probenwerkstatt.
Mendelssohns Fassung des „Solomon“ beeindruckte auch Johannes Brahms. Jahrzehnte später ließ dieser sich das Manuskript zuschicken und schrieb an seinen Freund Ferdinand Hiller: „Es ist eine wahre Lust die Mendelssohnsche Arbeit zu sehen; hätten wir doch zu Bachschen Cantaten solche Orgelstimme!“
Am 19. April 2013 wird Gehring seine Entdeckung im Kammermusiksaal der Hochschule für Musik und Tanz Köln der Öffentlichkeit präsentieren. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Für die musikalische Gestaltung sorgen Luciano Casalino (Violine) und Frane Rušinovic (Klavier).

Tanzprojekt des Zentrums für Zeitgenössischen Tanz / HfMT Köln
Die vom Zentrum für Zeitgenössischen Tanz (ZZT) an der Hochschule für Musik und Tanz (HfMT) Köln initiierte Reihe IMPACTZONE zeigt jährlich Choreografien internationaler Künstler, inszeniert und aufgeführt mit Studierenden der Hochschule. Dieser Austausch eröffnet allen TeilnehmerInnen grenzüberschreitende Perspektiven.
In der diesjährigen Ausgabe IMPACTZONE `13 präsentiert das ZZT Choreografien von Rafaele Giovanola und Omar Rajeh.
Beide Choreografen beziehen sich in ihrer Arbeit auf Konventionen, die für den Mensch Fragen nach Wahrhaftigkeit und Authentizität aufwerfen. Dabei widmen sich die aus sehr unterschiedlichen kulturellen Kontexten kommenden Künstler verschiedenen Fragestellungen.
Die schweizerische Choreografin Rafaële Giovanola thematisiert in ihrer Arbeit die Suche nach Subjektivität und Identität, spielt mit den Facetten der Selbstwahrnehmung und der Fremdorientierung. Das Subjekt der westlichen Medien-Kultur-Gesellschaften, das seinen „naturhaften Kern“ nicht mehr auszumachen vermag, sucht in seiner Fremdbestimmtheit nach „echter“ Identität. Dabei werden Kategorien wie „Wirklichkeit“ und „Welt“ zunehmend unbrauchbar. Künstlichkeit und Inszenierung werden aber auf der Bühne zu Erfahrungs- und Ausdrucksmöglichkeit und die spielerische Interaktion paradoxer Weise zum authentischen Erleben eines erspielten Seins Omar Rajeh, Choreograf aus Beirut, verweist auf die Bedeutung des künstlerischen Ausdrucks im geo-politischen Kontext. Er versteht seine Arbeiten eher als Provokationen von Ereignissen denn als reine Darstellung oder Repräsentationen einer Idee. Paradigmenwechsel zu initiieren und eine Befragung sozial und kulturell bedingter Wahrnehmungsgewohnheiten zu entfachen, ist ein Kernanliegen seines künstlerischen Schaffens. Eine zentrale Frage ist in diesem Zusammenhang die Auseinandersetzung mit dem soziokulturell geprägtem Bild und Konzept des Körpers. Ihr stellt er die Präsenz des vitalen Körpers entgegen.
Am 24.-26. April 2013 werden 20 Studierende, die auf dem Sprung in das Berufsleben sind, das Ergebnis dieser choreografischen Prozesse präsentieren.
Neben der tänzerischen und künstlerischen Umsetzung ist in diesem Projekt eine intensive Zusammenarbeit der Beteiligten von großer Bedeutung und führt zu einem erfolgreichen Aufbau eines internationalen Netzwerkes zwischen Studierenden, KünstlerInnen und Lehrenden aus verschiedenen Ländern.
Künstlerische Leitung: Vera Sander
Termine:
Beide ChoreografInnen sowie die künstlerische Leitung stehen gerne für Interviews und Fragen zur Verfügung.
Umsetzung:
In ihrer Choreografie „Not Drowning But Waving“ geht Rafaele Giovanola/ CocoonDance folgendem Phenomen nach: „Der Mensch ist von Natur künstlich, umso mehr er „authentisch" sein will. Das moderne Subjekt ist nur als konstruiertes zu verstehen, bei dem ein wahrer, naturhafter Kern nicht mehr auszumachen ist. Was da noch am kompaktesten dasteht ist der Körper. Er zeichnet sich ab, bewegt sich. Seine ständige Veränderung und offensichtliche Inszenierung macht ausgerechnet das Theater zum authentischsten Ort für Identitätsstiftung. Authentizität existiert hier auf anscheinend paradoxe Weise. Nicht obwohl gespielt oder inszeniert wird, sondern gerade weil sie erst kreiert oder konstituiert wird. Hier ist der eigentliche Spielraum für die Facetten des Ichs, der Selbstwahrnehmung und der Fremdorientierung. Hier sind Maskierungen keine Verstellungen, die über das" wahre" Ich täuschen, sondern für das Ich notwendige Inszenierungen des Selbst, durch die es sich sowohl anderen Menschen als auch sich selbst gegenüber in seiner möglichen Eigentlichkeit erfahrbar macht. Gemeinsam in der Wahrnehmung und Sichtweise der Tänzerinnen und Tänzer über sich und die Anderen versucht Rafaële Giovanola in Not Drowning But Waving durch die mögliche und inszenierte Andersheit und Verschiedenheit mit sich selbst Authentizität zu Erspielen. Eine Choreographie der Verschiebungen und Spiegelungen, ein Spiel mit der Wirklichkeit und der Fiktion des Seins.“ (Rainald Endraß/ Cocoon Dance) Choreografie: Rafaele Giovanola/CocoonDance Komposition: Jörg Ritzenhoff Lichtdesign: Marc Brodeur
Omar Rajehs Interesse liegt in folgendem Spannungsfeld: Wie verhält sich unsere physische Präsenz in Bezug auf Bilder, Situationen, Ereignisse, die in der Vergangenheit stattgefunden haben und die Auswirkungen auf unsere Körperlichkeit haben? Wie können wir diese zunächst persönliche Erfahrung übertragen und erweitern in eine allgemeinere Themensetzung, die soziale oder kulturelle Dynamik provoziert? In der bis heute instabilen politischen Situation in Beirut, nach dem Ende des Bürgerkriegs in den neunziger Jahren, steht Rajeh als Choreograf einer einzigartigen und komplexen Situation gegenüber. „Of course it is not easy, however it is a rich and inspiring environment artistically and culturally and you are constantly faced by the fact that you have to question what you are doing: The usefulness and worth of contemporary dance and the channels by which you communicate and propose the work, how to interact and communicate and how to deal with everyday events or even with memories, images and history in general.“ (Omar Rajeh) Rajehs Arbeit geht von einem physischen Zustand aus, der nicht eine Idee repräsentiert, sondern darauf abzielt, eine unmittelbare und gegenwärtige Situation auf der Grundlage physischer Eigenschaften zu erschaffen. „Der Wert der künstlerischen Arbeit innerhalb der geo-politischen und kulturellen Rahmungen, in der wir leben, ist, dass sie uns kontinuierlich anregt, unsere soziale und kulturelle Wahrnehmungen zu hinterfragen und zu überdenken. Die künstlerische Arbeit darf nicht im Rahmen des 'Reagierens' auf ein „Ereignis“ bleiben, vielmehr sollte sie durch ihre konzeptionelle, künstlerische und menschliche Propositionen in ein „Ereignis“ an sich verwandeln. Um ihren eigenen Raum zu schaffen, sollte sie "agieren" nicht "reagieren" (..) Meine künstlerische Forschung konzentriert sich auf das Bild und das Konzept des Körpers in einem spezifischen kulturellen und sozialen Umfeld, dabei versuchen ich so viel wie möglich, seine "Lebendigkeit" in einem künstlerischen Rahmen zu bewahren." (Omar Rajeh) Rajehs Interesse mit jungen Tänzern, die aus einem völlig anderen sozialen und kulturellen Hintergrund kommen, zu arbeiten liegt in folgendem:„Es ist interessant zu sehen, wie meine Ideen über Choreographie und Körper in der Arbeit mit Tänzern, die wahrscheinlich nie soziale und politische Konflikte erfahren haben, resonieren." (Omar Rajeh) Choreografie: Omar Rajeh
PARTNER
Hochschule für Musik und Tanz Köln (HfMT)
Zentrum für Zeitgenössischen Tanz (ZZT)
Die Hochschule für Musik und Tanz Köln gehört zu den weltweit führenden künstlerischen Ausbildungseinrichtungen und zählt mit ihren drei Standorten in Köln, Wuppertal und Aachen zu den größten Kunsthochschulen Europas. Sie bietet eine hochqualifizierte Ausbildung für Tanz- und Musikstudenten aus mehr als 50 Nationen. Die Hochschule für Musik und Tanz Köln verfügt wie kaum eine andere Hochschule vergleichbaren Ranges in Europa, über ein breit gefächertes Studienangebot mit ausdifferenzierten Bachelor- und Masterstudiengängen. Das an der Hochschule für Musik und Tanz eingerichtete Zentrum für Zeitgenössischen Tanz (ZZT) bietet ein fundiertes Hochschulstudium im Bereich zeitgenössischer Tanz mit den Abschlüssen B.A. Tanz, MA Tanzwissenschaft und MA Tanzvermittlung im zeitgenössischen Kontext an. Das Studium am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz zeichnet sich durch eine enge Anbindung an das professionelle Berufsfeld aus und widmet sich der kreativen und kritischen Verhandlung dessen, was Tanz, Tanzwissenschaft, Tanzvermittlung und Choreographie in der heutigen Gesellschaft bedeuten sowie der Verbindung von Ausbildung und künstlerischen Forschen. Das ZZT versteht sich darüber hinaus als ein inter- und transdisziplinäres Zentrum für Tanzforschung, das in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Partnern, ausgehend von der Tanzpraxis, das Wissen um Körper, Bewegung, Tanz und Performance erweitert und künstlerische und wissenschaftliche Veranstaltungsformate entwickelt. Weitere Infos: www.zzt.hfmt-koeln.de
KÜNSTLERiNNEN
Rafaele Giovanola – Choreografin Die in Baltimore, U.S.A., geborene Schweizerin erarbeitete bereits 2009 am ZZT das Projekt RUNWAY.
Rafaële Giovanola studierte u.a. bei Marika Besobrasova in Monte Carlo. Nach einem ersten Engagement als Solistin in Turin, wurde sie von Egon Madsen an das Frankfurter Ballett engagiert, wo sie das klassische Repertoire tanzte und mit Choreographen wie Jiri Kylian, Uwe Scholz und dem Haus-Choreographen William Forsythe arbeitete. Unter seiner Leitung blieb sie acht Jahre und wirkte bei allen wichtigen Produktionen mit. Von der Gründung des Choreographischen Theaters in Bonn im Jahr 1990 bis zu seiner Auflösung im Jahr 2003 war Rafaële Giovanola Mitglied in Pavel Mikuláštiks Choreographischem Theater. 2000 gründete sie für eine Einladung zum Avignon-Off zusammen mit dem Dramaturgen Rainald Endraß das Projekt COCOONDANCE, das mit seinen über 20 abendfüllenden Produktionen mittlerweile auf vier Kontinenten unterwegs ist. 2002 erhielt sie den REFLEX-Förderpreis der Patrizia-Van-Russel Stiftung (NL), 2007 gewann sie das Internationale Internettanzfestival »SideBySide-net«. 2010 wurde sie mit dem Förderpreis des Schweizer Kanton Wallis ausgezeichnet.
Omar Rajeh – Choreograph Omar Rajeh, Choreograf, Tänzer und künstlerische Leiter des Maqamat Dance Theatre, studierte an der Libanesischen Universität (Diplom in Theatre Arts) und an der University of Surrey, England (MA Tanzwissenschaft). 2002 gründete er, nachdem er zahlreichen Regisseure und Choreographen im Libanon und im Ausland gearbeitet hat, Maqamat Dance Theatre in Beirut und choreographierte mehrfach Stücke für das Ensemble. Omar Rajeh ist Gründer von BIPOD (Beirut International Platform of Dance), einem jährlich stattfindenden zeitgenössischen Tanz-Festival in Beirut, das eins der wichtigsten Tanzfestivals in der Region darstellt. Er ist gelichzeitig Gründer des Autumn Dance, einer Plattform für den Tanzforschung und Austausch. Vor kurzem eröffnete Rajeh „Maqamat Dance Studio-MT Dance Space“ und „Takween-Beirut Contemporary Dance School“, ein intensives Trainingsprogramm für professionelle Tänzer und Choreographen. Co-Gründer von Masahat.

Prof. Dr. Heinz Geuen setzte sich im ersten Wahlgang gegen seinen Mitbewerber durch
Auf der Senatssitzung am 20. März 2013 wurde der Musikpädagoge Prof. Dr. Heinz Geuen zum neuen Rektor der Hochschule für Musik und Tanz Köln gewählt. Mit 16 zu 5 Stimmen konnte er sich im ersten Wahlgang gegen den Mitbewerber, den Pianisten Prof. Richard Braun behaupten. Heinz Geuen löst nun Prof. Reiner Schuhenn, der nicht mehr als Kandidat zur Wahl als Rektor zur Verfügung stand, ab. Die offizielle Ernennung muss noch durch das Wissenschaftsministerium NRW erfolgen. Die Wahl der Prorektoren wird im Anschluss durchgeführt.
Prof. Dr. Heinz Geuen, geboren 1954 in Mönchengladbach, wurde 2002 auf eine Professur für Musikpädagogik an die Hochschule für Musik und Tanz Köln berufen. 2007-2009 war er Dekan und danach Prorektor für Studium, Lehre und Forschung.
Er studierte Schulmusik an der Hochschule für Musik und Theater Hannover sowie an der Universität Hannover Wissenschaft von der Politik, Soziologie und Französische Philologie. Nach seiner Tätigkeit als Gymnasiallehrer in Niedersachsen und Hessen war er Akademischer Rat im Institut für Musik der Universität Kassel. Dort promovierte er 1996 mit einer Arbeit über die Musiktheaterkonzeption Kurt Weills.
Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit Geuens liegen im Bereich der Musikdidaktik und der Lehrerbildung sowie in musik- und medienwissenschaftlichen Schnittfeldern zur Musikpädagogik. Neben Arbeiten zur Musikpädagogik und Musikdidaktik veröffentlichte er auch auf dem Gebiet der historischen Musikwissenschaft sowie im Bereich Populäre Musik und Medien.

13. bis 18. Mai an der Hochschule für Musik und Tanz Köln
Das Institut für Weltmusik und Transkulturelle Musikforschung (HfMT Köln) widmet den Traditionen Westafrikanischer Percussion-Musik eine jährliche Veranstaltungsreihe mit wechselndem Themenbezug. Den Auftakt macht eine Projektwoche vom 13. Bis 18. Mai zum Thema „Djembe-Musik aus Bamako“.
Seit den 1990er Jahren findet die Djembe weltweit Verbreitung. Ihr Siegeszug führt in Europa und Nordamerika über Festivals, Laienspielbewegung und nicht zuletzt über eine enorme Präsenz in derpädagogischen Praxis. Ursprünglich stammt das Instrument aus Guinea und Mali, wo Djembe-Musik Tanzfestmusik ist.
Die Hochschule lädt Gastkünstler aus Bamako, der Hauptstadt Malis, ein: Drissa Kone (Djembe) und Oumou Mariko (Gesang/Tanz). Charakteristisch für ihren Stil sind Groove, Melodiösität und der enge Zusammenhang von Bewegung und Percussion. Im Team mit dem Musiker Hannes Kies, dem Musikethnologen Rainer Polak und der Musikpädagogin Anne Weber-Krüger gestalten sie Workshops für Studierende, Kinderkonzerte für Grundschulklassen und öffentliche Abendkonzerte an den HfMT Standorten Köln und Aachen.
Das Programm finden Sie hier.

Das Alban Berg Quartett beendet seinen Unterricht an der HfMT
Seit vielen Jahren hat das Alban Berg Quartett, zunächst in der Besetzung Günter Pichler (Vl), Gerhard Schulz (Vl), Thomas Kakuska (Vla) und Valentin Erben (Vc), ab 2004 mit Isabel Charisius (Vla) an der Hochschule für Musik und Tanz Köln im Bereich Kammermusik unterrichtet.
Über die Trennung als aktives Quartett im Jahre 2008 hinaus, setzten die einzelnen Mitglieder ihre Arbeit an der Hochschule bis zum Wintersemester 2012 fort (über die Nachfolge des Auryn Quartetts als Lehrende in Residence hatten wir Sie bereits informiert). Zahlreiche international erfolgreiche aber auch junge, aufstrebende Kammermusikensembles erhielten beim Alban Berg Quartett Unterricht u.a. Atos Trio, Fauré Quartett, Asasello Quartett, Trio Enescu, Minguet Quartett, Schumann Quartett, Leibniz Trio, Artemis, Belcea Quartett, Casals Quartett, Kuss-Quartett, Amaryllis Quartet u.v.m.
Die Hochschule für Musik und Tanz wird sich am Freitag, den 8. März, im Rahmen eines Konzertabends mit verschiedenen Gästen feierlich bei den Mitgliedern des Alban Berg Quartetts für die langjährige und äußerst erfolgreiche Arbeit bedanken. An dem Abend werden Weggefährten, ehemalige Studierende und Kollegen dem Quartett ihre Aufwartung machen, es wird Überraschungen geben.
Termin: Freitag, 08.03.13, 19:30 Uhr
Ort: Konzertsaal
Eintritt frei

Das Ensemble 20/21 unter der Leitung von David Smeyers eröffnet das Programm 2013
Nach einem erfolgreichen Jahr der Kammermusikreihe Spitzentöne im VHS-Saal des Rautenstrauch-Joest Museums, geht die Kammermusikreihe Spitzentöne wieder zurück in die Hochschule für Musik und Tanz Köln. Die vom Förderverein der Hochschule initiierte Reihe wartet diesmal mit insgesamt 7 hochkarätig besetzten Konzerten auf. Unter den Interpreten der Spitzentönereihe finden sich Professoren des Hauses, die zugleich auf internationale Konzerttätigkeiten verweisen können und ebenso höchste Erwartungen weckende Studierende sowie Absolventen, die den Sprung auf bedeutende Konzertpodien bereits geschafft haben.
Am 5. Februar startet das Programm mit dem Ensemble 20/21 unter der Leitung von David Smeyers. Zu Gehör kommen Werke u.a. von Streich, Reich und Agobet, es spielen Solistinnen und Solisten der Klasse Interpretation Neue Musik. Am 16. April wird dann das Schnitzler-Quartett zu Gast sein mit einem Klassikrepertoire von Mozart bis Schumann, gefolgt vom Olaf Lind Quartett mit modernem Jazz am 7. Mai. Die brilliante junge Pianistin Olga Scheps bereichert die Reihe am 18. Juni mit Werken von Prokofjeff bis Tschaikowski, im November konzertiert das Atos Trio und im Dezember der Cellist Johannes Moser in Begleitung des Pianisten Andrei Korobeinikov.
1. Termin: Dienstag, 5. Februar 2013 um 19.30 Uhr
Ort: Kammermusiksaal der Hochschule für Musik und Tanz Köln
Eintritt: 10 Euro, freier Eintritt für Mitglieder des Fördervereins, Schüler und Studenten sowie Angehörige der HfMT
Karten über die Geschäftsstelle der Freunde und Förderer: montags 9-14 Uhr, dienstags u. mittwochs 9-11 Uhr, im Internet unter www.foerderer-hfmt.de und an der Abendkasse. Telefon: 0221 / 912818-1330 oder mail@foerderer-hfmt.de

Das Festival für Populäre Vokalmusik am 19. und 20. Januar holt die King´s Singers nach Köln
Das Festival für Vokalmusik, das einmal jährlich seit 2008 in der Hochschule stattfindet, bietet ein einzigartiges künstlerisches Forum für junge Sängerinnen und Sänger. An drei Tagen können sich Ensembles und Chöre in Workhops und Seminaren weiterbilden, sich untereinander austauschen, mit internationalen Profis singen und proben und viele neue Impulse sammeln.
Dieses Jahr konnte die Hochschule eines der meistgefragtesten Vokalensembles der Welt, das 6-köpfige britische Ensemble „King´s Singers“ verpflichten. Neben Workshops und wertvollen Tipps für die Studierenden geben sie im Rahmen des Festivals zwei Konzerte in der Hochschule und werden mit ihrem unverkennbaren „Sound“ mit Kompositionen von Gesualdo bis Ligeti das Publikum begeistern.
Das Konzert am Samstag wird neben den King´s Singers der Jazz/Pop-Chor der Hochschule, „Vocal Journey“, bestreiten. Vocal Journey, bestehend aus 45 Studierenden sind ebenso längst etabliert und durch Auftritte bei Wettbewerben und Rundfunkkonzerten überregional bekannt. Beim zweiten Konzert am Sonntag werden die King´s Singers durch die während des Festivals gecoachten Ensembles unterstützt, so sind zum Beispiel unter anderem in diesem Jahr „Delta Q“ und „malebox“ aus Berlin, „Shoes and Ballons“ aus Essen und die „Cologne Overtones“ aus Köln dabei.
Alle Coachings und Kurse sind öffentlich! Interessierte können bei diesen zuschauen und die Probenarbeit passiv verfolgen. Tickets kosten 10 Euro pro Tag und Person, sind aber nicht für die Konzerte gültig!
Samstag, 19. Januar 2013, 10:00-18:30 Uhr: Ensemblecoaching in der HfMT Köln
20:00 Uhr: Konzert im Konzertsaal der HfMT Köln mit Live-Übertragung auf WDR 3 mit The King´s Singers und Vocal Journey (Jazz/Pop-Chor der HfMT Köln); Leitung: Prof. Stephan Görg und Prof. Erik Sohn
Dieses Konzert ist leider bereits ausverkauft
Sonntag, 20. Januar 2013, 10:00 – 17:00 Uhr: Ensemblecoaching in der HfMT Köln
18:00 Uhr: Abschlusskonzert im Konzertsaal der HfMT Köln mit The King´s Singers und den Ensembles der voc.cologne 2013
Restkarten an der Abendkasse erhältlich
Ausführliche Informationen unter: http//voccologne.hfmt-koeln.de